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Gallerie Doris Ghetta

Location, Galerie für zeitgenössische Kunst in den Dolomiten, Gröden

 
 
 

Bildergalerie

 
 
 
 

Beschreibung

Alle Künstlerinnen und Künstler stammen aus der rumänischen Stadt Cluj, die in den letzten Jahren durch eine äußerst vitale Kunstszene – insbesondere auf dem Feld der Malerei – weit über die Grenzen des Landes für Aufsehen gesorgt hat. Zu sehen sind neue Malereien von Teodora Axente, Alin Bozbiciu, Oana Farcas und Sergiu Toma sowie neue Zeichnungen von Dan Beudean. Die Kunstwerke vereint ein überaus meisterhafter Umgang mit erzählerischer Figuration. Doch so leicht lesbar die Bilder im ersten Moment erscheinen, bei genauer Betrachtung verklären sie sich und werden mehrdeutig und geheimnisvoll.

 

„Ich empfinde die Welt als große Bühne mit wechselnden Schauspielern“ sagt Teodora Axente, der die Galerie Doris Ghetta im Herbst vergangenen Jahres mit Robert Bosisio bereis eine Schau gewidmet hat. „Durch die Adaptierung der Erfahrungen, die andere Menschen in der Welt machen, erkenne ich meine eigenen.“ In persönlichen und intimen Bildrätseln erforscht die Künstlerin malend ihr eigenes Universum – ihre Vergangenheit, ihre Ängste, ihre Verkleidungen. In den meisterlich ausgeführten Malereien begegnen dem Betrachter immer wieder Verschleierung und Tarnung, Travestie und Maskierung, wenn etwa eine weibliche Figur, verhüllt von einer schimmernd transparenten Folie, zur psychologischen Betrachtung des künstlerischen Ich führt. Die Situation meiner Figuren ist ein Spiegel der inneren, zutiefst persönlichen Erfahrung“, betont die Künstlerin.

 

„Mein Interesse galt schon immer der Verbindung zwischen Menschen und Tieren“ erzählt  Alin Bozbiciu, und so ist es nicht verwunderlich, dass neben Menschendarstellungen auch Tiere wie Hunde oder Tauben häufig Bozbicius Bilder bevölkern. Doch weit aufregender als die alltäglichen Bildmotive und ihr Setting sind deren malerische Umsetzung: Die figurativen Formen verschwimmen und lösen sich zusehends auf, die Malerei entwickelt eine sich steigernde Eigendynamik und Unmittelbarkeit, wodurch sie zum eigentlichen Bildgegenstand wird.

 

Die erzählerischen Bildwelten von Oana Farcs sind vielfältig wie undurchdringbar. Immer wieder schleichen sich surreale und (alp)traumhaft Elemente in ihre Malereien, geheimnisvolle Objekte, unheimliche Räume, sonderbare Handlungen, verstohlene Posen und Gesten faszinieren und verunsichern den Betrachter in gleichem Maße. Gleichzeitig wirken ihre mit kunsthistorischen Verweisen gespickten Malereien sehr intim, oder, wie die Künstlerin selbst sagt, wie „intime Erzählungen von künstlerischen Bezugsquellen“. Die malerische Umsetzungen bestechen durch ihren Facettenreichtum und einer großen stilistischen Experimentierfreudigkeit.

 

„Für mich ist die Malerei immer stärker als der Gegenstand oder der Inhalt hinter der Malerei“ betont Sergiu Toma. Die Aussage überrascht, denn Toma begann seine malerische Laufbahn mit hyperrealistischen Porträts. Doch nachdem er diese bis zur Perfektion getrieben hatte, strebt er nun danach, das Medium neu für sich zu entdecken und seine malerische Möglichkeiten auszuloten. Von Renaissance und Barock in Komposition und Dramaturgie inspiriert gewinnen Licht und Schatten, Hell und Dunkel an Bedeutung. Zudem werden die Bilder offener, die Malerei freier und verspielter. Das Umfeld des Künstler gibt den Inhalt vor: Toma erzählt persönliche Geschichten aus seinem Umgebung, seiner Familie und Kindheit. Die daraus entstehenden, oft großformatigen Szenerien sind voller Rätsel und Magie.

 

Dan Beudean ist der einzige Zeichner in der Ausstellung. Inspiriert von der langen figurativen Zeichnungs- und Maltradition seines Landes entstehen kleinformatige Szenen von fesselnder Ausdruckskraft. In den letzten Jahren galt das Interesse Beudeans vor allem Verhaltensveränderungen sowie sozialen und kulturellen Ausnahmesituationen in Übergangszeiten. Beudean studiert, analysiert und bewertet die Menschen in ihrer ganzen Ambivalenz und zeigt, welche Art der Interaktion und der gegenseitigen Beeinflussung es zwischen den einzelnen Lebewesen sowie mit und zwischen der Spezies Mensch gibt. Jüngst befasste sich der Künstler in symbolhaft aufgeladenen Zeichnungen mit Robespierre und der Französische Revolution, mit der Vernunft als geistiger Grundstein der heutigen Gesellschaft sowie den Quellen menschlicher Ängste.

 

 

Auf Einladung der Galeristin Doris Ghetta besuchte im Frühjahr 2014 Kurator Günther Oberhollenzer zusammen mit dem Architekten Igor Comploi sowie den Künstlern Walter Moroder, Robert Bosisio und Teodora Axente (die vor Ort zahlreiche Kontakte herstellte) rund zwanzig Künstlerateliers, um einen Einblick in die aktuelle Kunst dieser Region zu gewinnen. Daraus wurden nach intensiven Diskussionen die fünf zu sehenden Künstlerinnen und Künstler ausgewählt.

 

Parallel zur Ausstellungseröffnung in Pontives 202 am 4. Juli sind erstmals die neu adaptieren Räumlichkeiten von Pontives 201 zugänglich. Als Preview für eine große Ausstellung, die für den Herbst anberaumt ist, sind dort Kunstwerke von Aron Demetz, Walter Moroder, Robert Pan und Thaddäus Salcher zu sehen.

 

Text: Günther Oberhollenzer

 
 

Kontaktinfo

Gallerie Doris Ghetta
Pontives 8, 39046 St. Ulrich
 
Doris Ghetta
Tel. +39 393 9323927
 
 
 

Öffnungszeiten

Di - Sa 15 - 18 Uhr
 
 
 

Ticket

Freier Eintritt
 
 
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